Working Class Heroes
Wir leben in einer Gesellschaft, in welcher Arbeit eine der wichtigsten Identitätsquellen darstellt. „In“ ist wer immer etwas zu tun hat und nicht jemand, der dem Müßiggang frönt. Doch die Ironie in der heutigen Zeit liegt darin, dass es für eine anerkannte Position in unserer Gesellschaft nichts wichtigeres gibt als einer erfolgreichen Arbeit nachzugehen, aber der Arbeitnehmer und die Arbeitnehmerin selbst nicht sehr geschätzt werden. Viele werden durch Maschinen ersetzt oder wie Maschinen behandelt. Erwerbstätige sollen heute flexibel, belastbar und möglichst leicht austauschbar sein.
Für die künstlerische Umsetzung dieser Problematik habe ich die keramische Darstellung des Maurers gewählt. Die Tätigkeit am Bau zählt zu den schwersten Arbeiten und die Menschen sind extremen Bedingungen wie Staub, Schmutz, Lärm, Zeitdruck und verschiedensten Wettereinflüssen ausgesetzt. Außerdem bauen Maurer jene Häuser und Wohnungen, wo wir uns nach einem gestressten Arbeitstag zurückziehen. Um uns diesen Luxus eines Eigenheims leisten zu können sind wir natürlich am nächsten Tag erneut gezwungen uns aus dem Bett zu quälen und die alltäglichen Aufgaben zu erfüllen.
Damit meine Figuren als Maurer erkennbar sind, bekommen sie alle verschiedene Maurerwerkzeuge (Wasserwaage, Bleistift, Zollstock, Kelle….) in die Hände. Normalerweise tragen Bauarbeiter eine Arbeitskleidung, die zugleich auch als Schutz und „Corporate Identity“ dient. Diese fällt hier weg und wird durch Pyjamas oder Schlafmäntel getauscht. So wird der sonst als sehr stark geltende Maurer verletzlicher und intimer. Durch die Verschiedenheit der Schlafbekleidung bekommt jeder Einzelne seine Individualität und wird nicht mehr nur als in einem Betrieb funktionierendes Glied wahrgenommen. Hinzu kommt noch das Gefühl von Freiheit wenn es einem ein Feiertag erlaubt den ganzen Tag in bequemer Hauskleidung herumzulungern.
Working Class Heroes
We live in a society in which work is one of the most important sources of identity. We admire the people who are always busy, not the ones that indulge in leisure. An irony of our time is that in order to obtain a respected position in our society, nothing is more important than a successful career; but workers as such are not really appreciated. They get replaced by machines or are treated like machines. Today's employees are expected to be flexible and able to work under pressure, but they should also be easily interchangeable.
My artistic approach to this issue was to make ceramic sculptures that depict bricklayers. Working in construction is one of the most demanding occupations, and the workers are exposed to extreme conditions like dust, dirt, noise, time pressure and often severe weather conditions. Bricklayers also build the houses and apartments we can find refuge in after a stressful day at work. To be able to afford the luxury of a private home, of course, we are forced to get up early on the next day to fulfil our daily tasks.
To identify them as bricklayers, my figures are equipped with diverse bricklayer tools (spirit level, pencil, yardstick, trowel...). Usually, construction workers wear work clothes that not only serve as protection but also establish a kind of "corporate identity". My bricklayers, on the other hand, wear pajamas or dressing gowns. Thus, the bricklayers, who are usually considered to be very strong, become more vulnerable and intimate. The different nightwear gives individuality to the workers, and they become more than just a functioning member of their company. It also serves to convey the feeling of freedom of a holiday that allows you to spend all day in comfortable house wear.